Wo du jetzt bist

Wo du jetzt bist

Die Stille,
wenn deine vier Pfoten
nicht
über das Parkett laufen,
die Stille,
wenn meine Bettdecke nicht raschelt,
weil du dich nicht zu mir legst.

Die Stille,
nach dem Quietschen meiner Haustüre,
wenn darauf
kein Maunzen folgt,
und die Stille zwischen meinen Tränen,
in denen jetzt dein Schnurren fehlt.

Die Stille,
die mein Teppich macht,
wenn keine Krallen daran kratzen,
und die Stille
meines Fensterbrettes,
wenn du nicht
darauf landest.
Und das fehlende Miau danach.

In jedem leeren Raum deiner Abwesenheit
erkenne ich dich
und in jeder Stille
bist du da.
In jeder Leere
fühl ich dich.

Aber wenn ich dich doch sehe
in all diesem Nichts,
dann ist da doch
nicht nichts.
Oder?

Vielleicht ist das der Ort,
wo Geliebtes hingeht,
dorthin,
wo jetzt was fehlt.

Wenn deine Pfoten nicht über das Parkett laufen,
dann weiß ich, dass du es bist.
Wenn meine Bettdecke nicht raschelt,
dann weiß ich, dass du es bist.
Wenn niemand mich begrüßt,
dann weiß ich, dass du es bist.
Wenn ich weine ohne Schnurren,
dann weiß ich, dass du es bist.

In jedem Nicht-da-Sein
bist du da
und solange ich mich
an dich erinnere
und dich auf ewig verlieren darf,
kann ich dich
demnach
doch auch niemals verlieren.

Oder?

Meinen ersten Blogpost 2006 habe ich über Sherry geschrieben. Also wollte ich es hier genau so machen. Für immer in meinem Herzen (und in euren, das macht mich sehr glücklich 🙂)

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